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Die acht Fragen, die ich am häufigsten höre, kurz und ehrlich beantwortet
Nach über hundert Sessions und Kursen weiss ich ziemlich genau, welche Fragen zuerst kommen. Hier sind sie, mit der kurzen Fassung der Antwort.
Jede dieser Fragen habe ich dutzendfach gehört, und keine davon ist dumm. Im Gegenteil, es sind genau die richtigen Fragen. Hier bekommst du zu jeder die kurze, ehrliche Fassung. Für die lange Fassung, mit deinen Nachfragen und echten Beispielen, gibt es den SatoShe Circle, dazu am Schluss mehr.
1. Ist Bitcoin nicht nur etwas für Kriminelle?
Bitcoin ist das Gegenteil von anonym: Jede Transaktion steht für immer in einem öffentlichen Register, und Ermittlungsbehörden werten diese Spuren regelmässig erfolgreich aus. Der Anteil illegaler Aktivität am Transaktionsvolumen ist klein, für Kriminalität bleibt Bargeld das Mittel der Wahl. Der Ruf stammt aus Bitcoins Anfangsjahren und hat sich länger gehalten als die Realität.
2. Verbraucht Bitcoin nicht viel zu viel Strom?
Bitcoin verbraucht wirklich viel Strom, das soll man nicht kleinreden. Die ehrliche Frage ist, wofür: Der Verbrauch sichert ein neutrales, weltweites Geldnetzwerk, so wie auch Banken, Rechenzentren und Goldminen Energie verbrauchen. Und weil Miner den billigsten Strom der Welt suchen, landen sie oft dort, wo Energie im Überfluss vorhanden ist und sonst verpuffen würde. Ob dir der Zweck den Verbrauch wert ist, kannst du erst beurteilen, wenn du den Zweck verstanden hast.
3. Kann man Bitcoin hacken?
Das Bitcoin-Protokoll selbst wurde in über sechzehn Jahren nie gehackt. Was gehackt wird, sind Börsen, Apps und Passwörter, so wie ein Banküberfall den Franken nicht unsicher macht. Die grösste reale Gefahr ist nicht das Netzwerk, sondern nachlässige eigene Verwahrung, und genau die kann man lernen.
4. Was passiert, wenn ich meinen Zugang verliere?
Dann sind die Bitcoin weg, und es gibt keine Hotline. Das ist der Preis davon, dass auch niemand sonst an dein Guthaben kommt. Genau dafür existieren die zwölf oder vierundzwanzig Wörter deiner Wallet: sauber auf Papier oder Metall gesichert, stellen sie alles auf jedem neuen Gerät wieder her. Klein anfangen, die Wiederherstellung einmal üben, die Wörter niemals fotografieren oder digital speichern.
5. Ist es nicht längst zu spät?
«Zu spät» verwechselt den Preis mit der Verbreitung. Gemessen daran, wie wenige Menschen Bitcoin besitzen und verstehen, ist es früh, und niemand muss einen ganzen Bitcoin kaufen, jeder ist in hundert Millionen Teile teilbar. Was stimmt: Niemand kennt die Zukunft. Die bessere Frage als «zu spät?» ist «verstehe ich, was ich da kaufe?».
6. Kann ein Staat Bitcoin nicht einfach verbieten?
Ein Staat kann Börsen und Banken regulieren und den Zugang erschweren, das Netzwerk selbst abschalten kann er praktisch nicht, denn es läuft auf tausenden Rechnern in über 180 Ländern. Als China 2021 das Mining verbot, zog das Netzwerk um und lief weiter. Die Schweiz und die EU gehen ohnehin den anderen Weg und regulieren, statt zu verbieten.
7. Wer bestimmt eigentlich die Regeln?
Niemand allein, und das ist der Punkt. Entwicklerinnen können Änderungen nur vorschlagen, tausende unabhängige Knoten-Betreiber entscheiden, welche Software sie laufen lassen, und die 21-Millionen-Grenze liesse sich nur ändern, wenn praktisch alle zustimmen, gegen ihr eigenes Interesse. Bitcoin gehört niemandem, so wie E-Mail niemandem gehört.
8. Warum nur Bitcoin und nicht auch der ganze Rest?
Bitcoin hat keine Gründerfirma, keinen Chef und keine Vorab-Zuteilung an Insider. Die allermeisten anderen digitalen Münzen sind Projekte von Firmen oder Teams, eher Wetten auf ein Startup als Geld. Man kann Bitcoin ernst nehmen und «Krypto» skeptisch sehen, das ist kein Widerspruch, es ist unsere Position seit dem ersten Tag.